Kinder mit dem christlichen Glauben vertraut machen - wie geht das eigentlich?

Möglicherweise kennen Sie das: Man hat sein Kind taufen lassen und wünscht sich, dass es eine Heimat im christlichen Glauben findet. Aber man weiß nicht so richtig, wie das gelingen soll. Was kann ich als Vater, was kann ich als Mutter tun, damit mein Kind die christlichen Traditionen und Geschichten ganz selbverständlich kennen und hoffentlich auch lieben lernt?

 

Als Kirchgemeinde bieten wir Ihnen eine ganze Reihe von Möglichkeiten an, ihre Kinder schrittweise mit dem christlichen Glauben vertraut zu machen. Sie reichen von der Kinderkirche über Familiengottesdienste, den Spatzenchor, die Kurrende bis zur Christenlehre oder der Einladung, beim jährlichen Krippenspiel mitzuwirken.

 

Aber Sie können natürlich auch selber viel tun. Hier einige Ideen:

Seine Kinder segnen

Vielleicht kommt Ihnen dieser Vorschlag im ersten Moment sehr fremd vor. Aber probieren Sie es einmal aus. So wie man seine Kinder küsst wenn sie früh aus dem Haus gehen oder beim Ins-Bett-Bringen, so kann man sie auch segnen und damit unter den Schutz und die Liebe Gottes stellen. Das tut den Kindern gut, weil sie sich sicher fühlen. Und den Eltern tut es auch gut, weil sie ihre Kinder einer guten Macht anvertrauen.

Wie das geht mit dem Segnen?

Legen Sie einfach ihre Hand liebevoll auf den Haaransatz ihres Sohnes oder ihrer Tochter und sprechen Sie dazu: "Gott segne und behüte dich."

So einfach ist das.

Religiöse Kinderbücher anschauen und vorlesen

Es gibt eine ganze Reihe schön illustrierter Kinderbücher, in denen Geschichten der Bibel oder bekannter Personen der Kirchengeschichte erzählt werden. Einige solcher Bücher sollen hier in loser Folge nach und nach vorgestellt werden.

Raben gelten sprichwörtlich als schlechte Eltern, was aber - wie so manches Mal - gar keinen Anhalt an der Wirklichkeit hat.

Auch die Eltern der kleinen Rosa sind alles andere als lieblos. Sie akzeptieren ihr außergewöhnliches Kind einfach so wie es ist, obwohl es offensichtlich ist, dass es sich von seinen Rabengeschwistern grundlegend unterscheidet.

 

"Rabenrosa" ist ein Buch der österreichischen Autorin und Illustratorin Helga Bansch. Es geht darin um das Anders- und Normalsein, um Außenseiter und darum, dass es eigentlich selbstverständlich sein sollte, Außenseiter nicht auszugrenzen. Es handelt von dem Wunsch, dazuzugehören und der Fähigkeit, sich selbst anzunehmen wie man ist und das zu machen, was einem gut tut.

 

Auch wenn es in diesem Buch nicht explizit um religiöse Gehalte geht ... so transportiert es doch eine Botschaft, die aus meiner Sicht zum Wertekanon des christlichen Glaubens gehört: Du hast ein Recht darauf, so akzeptiert zu werden, wie Du bist.

 

Die "Arche Noah" heißt das Buch, in dem Heinz Janisch die bekannte und bei Kindern sehr beliebte Geschichte von der großen Flut nacherzählt. Er bleibt dabei ziemlich nah am alttestamentlichen Text und fügt nur ganz behutsam einige Wendungen ein, die der Geschichte eine bestimmte theologische Deutung geben. Aber deutungsbedürftig ist diese Geschichte ja tatsächlich. Zu etwas ganz Besonderem wird das Buch allerdings durch die Illustrationen von Lisbeth Zwerger. Die Bilder stellen das Geschehen aus faszinierenden und ungewöhnlichen Perspektiven dar. Es gibt zum Beipiel "Unterwasserbilder". Oder man sieht Noah, wie er die Vögel in der Arche begutachtet, ein Huhn hat er sich dabei unter den Arm geklemmt. Ein Schau-Erlebnis nicht nur für Kinder.

 

Im Kinderbuch "Franziskus und der Wolf" wird eine Episode aus dem Leben des Franz von Assisi erzählt: Ein kleines Dorf lebt in Angst und Schrecken vor einem bösen Wolf. Als Franziskus davon hört, bricht er in den Wald auf, um mit dem Wolf zu sprechen.

Die zarten, in hellen Tönen gehaltenen Illustrationen im Buch stammen von Masahiro Kasuya. Es kostet an die 10 €, ist zur Zeit aber nur antiquarisch zu haben, z.B. unter www.eurobuch.com/.

 

 

„Feldmann und Lammer. Eine Geschichte vom verlorenen Schaf und dem reichen Kornbauern.“ Zwei biblische Geschichten aus dem Neuen Testament werden von Juli Zeh und Dunja Schnabel in die Gegenwart gesetzt, kindgerecht erzählt und durch eine Geschichte über Freundschaft ergänzt. Mit einfachen Worten und bunten Bildern ist dieses Buch für Kinder unterschiedlichen Alters geeignet. Jesus oder Gott kommen in der Geschichte um Bauer Feldmann und Schäfer Lammer aber nicht explizit vor, die Botschaft „Gemeinschaft – in ihren unterschiedlichen Formen und mit ihren verschiedenen Aspekten – ist mehr wert als Geld“ wird aber trotzdem deutlich.

Das Buch ist für 14,90 € im Buchhandel erhältlich.

 

 

Frischer Schnee ist wie ein Wunder. Martin möchte heute der Allererste sein, der mit seinem Schlitten den Hügel im Park hinunterfährt. "Bitte Mann", bettelt er, "ich muss jetzt sofort raus!" "Nur, wenn du dich ganz warm anziehst", sagt seine Mutter.

Mit diesen Zeilen beginnt das Buch, in dem die bekannte Autorin und Regisseurin Doris Dörrie und Jacky Gleich die bekannte Geschichte vom heiligen Martin neu und herzerwärmend erzählen. 

"Martin" heißt dieses Buch schlicht und einfach und ist im Buchhandel für 14,90 € erhältlich.

 

 

 

Das Buch "Rut bleibt treu", erzählt von Tanja Jeschke, illustriert von Marijke ten Cate, ist geeignet für Kinder ab 4 Jahren. Erzählt wird darin die biblische Geschichte von der Ausländerin Ruth, die mit ihrer Schwiegermutter Noomi (Ruths Mann und Noomis Sohn ist tot) in die Fremde, nämlich Noomis Heimat geht. Dort geht es den beiden zunächst ziemlich schlecht, bs der reiche und gütige Boas in Ruths und Noomis Leben tritt.

Das Buch ist bei der DEUTSCHEN BIBELGESELLSCHAFT erschienen und kostet nicht viel. Ihr liegt außerdem eine DVD bei, auf der die Geschichte von Ruth noch einmal als Zeichentrickfilm enthalten ist.

 

 

Ein schöner Bastelbogen zur Passions- und Ostergeschichte verbirgt sich hinter dem Titel: Die Geschichte von Ostern. Autorin Renate Schupp erzählt wichtige Stationen der Passions- und Ostergeschichte nach. Jesu Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl und auch die Ereignisse am Ostermorgen sind nur einige dieser Stationen. Zu jeder Geschichte gibt es passende Motive zum Basteln. So entsteht nach und nach ein eindrucksvolles "Osterpanorama". Das Buch ist für 12,95 € erhältlich und eignet sich toll als Ostergeschenk für die Patenkinder.

 

Altar der St. Pankratiuskirche in Tragnitz
Altar der St. Pankratiuskirche in Tragnitz

Mit den Kindern zusammen beeindruckende Kirchen entdecken


Kirchenräume entfalten einen ganz besonderen Zauber und können Kinder emotional sehr beeindrucken. Zudem regen sie zu vielen Fragen an. "Was sind das für Figuren auf dem Altar?"  "Klettert der Pfarrer wirklich da hoch zum Predigen?" "Wieviele Pfeifen hat so eine Orgel und wer hat die Orgel eigentlich erfunden?"

Unser Vorschlag: Warum machen Sie am nächsten Wochenende nicht einfach mal einen Ausflug in eine der bedeutenden Kirchen der näheren oder auch ferneren Umgebung und schauen Sie zusammen mit ihren Kindern an?

Infrage dafür kommen etwa die St. Pankratius-Kirche in Tragnitz, die für ihre vielen Engeldarstellungen bekannt ist. Freilich müsste Sie zuvor mit dem zuständigen Pfarramt klären, ob und wann diese Kirche für Besucher geöffnet ist.

 

Immer einen Besuch wert ist natürlich auch die Dresdener Frauenkirche. Dort können Kinder auch mit einem speziellen Kinderkirchenführer auf Entdeckung gehen.

 

Eine Liste mit Kirchen, die auch außerhalb der Gottesdienstenzeiten geöffnet sind, finden Sie hier.

 

Aus der Kinderbibel vorlesen

Im Buchhandel gibt es viele verschiedene Kinderbibeln, mit deren Hilfe man seine Kinder mit den wichtigsten biblischen Geschichten vertraut machen kann, zum Beispiel abends vor dem Einschlafen.

Bekannt ist die Kinderbibel mit Illustrationen von Kees de Kort. Die dort versammelten Geschichten kann man auch einzeln als kleine Hefte erwerben.

Mit den Kindern beten

Viele christliche Eltern nehmen sich Zeit, vor dem Schlafengehen mit ihren Kindern zu beten. Gemeinsam kann man so den Tag noch einmal Revue passieren lassen, überlegen was schön und was nicht so schön war und schließlich Gott alle diejenigen Menschen ans Herz legen, die einem viel bedeuten. 

 

Natürlich gibt es auch jede Menge vorformulierter Gebete. Solche Gebete finden Sie zum Beispiel auf folgender Website: www.kindergebete.de 

Tischgebete finden Sie unter www.tischgebete.de


Ein besonders schönes Tischgebet (schön, weil es seinen Dank auch an Menschen richtet) geht so:


Dem, der das Saatkorn ausgesät,

Dem, der die Halme abgemäht,

Dem, der sie trug zur Scheuer.

Dem, der gemahlen Korn und Schrot,

Dem, der bei Nacht am Feuer

Uns allen buk das gute Brot.

Dem danke nun ein jeder.


Und dankt auch IHM, der Nacht und Feld,

die Saat, das Korn, auch dich und mich

in seinen großen Händen hält.

Amen


(frei nach Mascha Kaléko "Vor Tisch zu sagen", in: Dies.: Wie's auf dem Mond zugeht, Köln 2010, S. 70)

Singen

Es gibt viele christliche Lieder, die man seinen Kindern vorsingen oder mit ihnen gemeinsam singen kann. Vielleicht fallen Ihnen noch einige Melodien aus Ihren eigenen Kindertagen ein. 

Sogar im evangelischen Gesangbuch stehen Kinderlieder. Zum Beispiel dieses:

 

Weisst du wieviel Sterne stehen

an dem blauen Himmelszelt?

Weißt du wieviel Wolken gehen

weithin über alle Welt?

Gott, der Herr, hat sie gezählet,

daß ihm auch nicht eines fehlet,

an der ganzen großen Zahl,

an der ganzen großen Zahl.

 

Weißt du wieviel Mücklein spielen

in der hellen Sonnenglut?

Wieviel Fischlein auch sich kühlen

in der hellen Wasserflut?

Gott, der Herr, rief sie mit Namen,

daß sie all' ins Leben kamen

Daß sie nun so fröhlich sind

Daß sie nun so fröhlich sind.

© Gerd Altmann / PIXELIO'
© Gerd Altmann / PIXELIO'

 

Weißt du, wieviel Kinder frühe

stehn aus ihrem Bettlein auf,

Daß sie ohne Sorg und Mühe

fröhlich sind im Tageslauf?

Gott im Himmel hat an allen

seine Lust, sein Wohlgefallen,

Kennt auch dich und hat dich lieb.

Kennt auch dich und hat dich lieb.


Das Kirchenjahr bewusst erleben

Sicherlich ist die Advents- und Weihnachtszeit in Ihrer Familie eine besonders gestaltete Zeit. Aber auch die anderen Festzeiten im Kirchenjahr kann man den Kindern mit wenig Aufwand bewusst machen.

 

Zum Beispiel kann man zu Beginn der Passionszeit (die 40 Tage vor Ostern, in denen die Kirche an Jesu Leiden und Sterben denkt) in einem alten Suppenteller, in dessen Mitte eine Stumpenkerze steht, Weizenkörner ausstreuen und sie jeden Tag begießen. Am Anfang sieht der Körnerbrei noch wüst aus und unansehnlich. Aber irgendwann geschieht es doch: Halme sprießen aus den Körnern empor, zunächst noch zart und empfindlich. Doch einmal aufgekeimt, wachsen sie unwiderruflich heran. Und rechtzeitig zu Ostern ist dann ein stattlicher Ring aus grünen Halmen um die Kerze gewachsen, der mit einem Band zusammengebunden werden kann. Auf diese Weise wird die christliche Aussage, dass uns aus dem Tod Jesu (das Weizenkorn das stirbt vgl. Joh 12,24) neues Leben erwächst, versinnbildlicht.

in einem alten Suppenteller, in dessen Mitte eine Stumpenkerze steht, Weizenkörner auszustreuen und sie jeden Tag geduldig zu begießen.

Am Anfang sieht es wüst und leer aus und unansehnlich und manch ein Kind, das diesen Brauch das erste Mal erlebt, fragt sich vielleicht, wie aus diesem hässlichen Körnerbrei etwas wachsen soll. Aber irgendwann geschieht es doch: Halme sprießen aus den Körnern empor, zunächst noch zart und empfindlich. Doch einmal aufgekeimt, wachsen sie unwiderruflich heran. Und rechtzeitig zu Ostern ist dann ein stattlicher Ring aus grünen Halmen um die Kerze gewachsen, der mit einem Band zusammengebunden werden kann.

Thorben Wengert  / pixelio.de
Thorben Wengert / pixelio.de

Ein anderer Vorschlag war neulich im Sonntag zu lesen: Mit den eigenen Kindern zusammen in der Passionszeit zu fasten, also auf etwas zu verzichten. In der Zeitung heißt es dazu:

"Auch jüngere Kinder lassen sich in der [...] Fastenzeit durchaus dafür gewinnen, für eine begrenzte Zeit auf Süßes zu verzichten. Schleckereien, die dennoch ins Haus kommen, können in einer Fastendose aufbewahrt werden. Auch mit einer zweiten Dose lassen sich gute Erfahrungen machen: Mit der >>Fastenopfer-Dose<<, in die das Geld wandert, das durch den Verzicht [...] gespart wird. Zum Auftakt der Fastenaktion kann der Familienrat beraten, wohin das Geld gehen soll. Kinder haben große Freude daran, anderen zu helfen und sind gerne bereit, Not zu lindern. Und sie sind findig und machen dazu gerne Vorschläge."

Karin Vorländer: Beim Fasten Gutes tun, in: Der Sonntag, Nr. 7 vom 17. Februar 2013, S. 10. 

An die Taufe denken

Wie wäre es, wenn Sie den Tauftag Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes jedes Jahr feiern? Es muss ja nicht gleich so eine große Feier wie ein Geburtstag sein. Aber es könnte ein kleines Geschenk für Ihr Kind geben, die Taufkerze kann an diesem Tag angezündet werden und sicher würden sich die Patinnen und Paten über eine Einladung zum Kaffeetrinken und Spielen freuen.

 

Eine andere Möglichkeit die Erinnerung an die Taufe wachzuhalten, besteht darin, ein kleines Album mit den Fotos von der Tauffeier zu gestalten. In diesem Album könnte auch der Taufspruch des Kindes stehen. Dieses Album können Sie sich dann immer wieder mit Ihrem Kind zusammen anschauen und von diesem Tag erzählen.

 

Das Internet zu Rate ziehen

ReliKi.de ist eine Internetseite von Kindern für Kinder. In mehreren Rubriken werden Fragen zum Leben und Glauben gestellt und von Kindern beantwortet - Fragen wie diese:

  • Darf jeder in die Kirche?
  • Wie sieht es im Paradies aus?
  • Welche Religion hatte Jesus?