Statistisches

Statistiken sind oft ein wenig langweilig. Aber sie erlauben auch interessante Einblicke und regen zum Nachdenken an.

13%  unserer Kirchgemeindeglieder engagieren sich ehrenamtlich in unserer Gemeinde, regelmäßig oder projektbezogen. Sie versehen den Kirchnerdienst oder backen Kuchen für den Adventsmarkt, sie wirken beim Krippenspiel mit oder vertreten die Kirchgemeinde in der Kirchenbezirkssynode. 13% - das ist guter Durchschnitt im Vergleich mit anderen Kirchgemeinden in Deutschland.

Interessant ist es, auf die statistische Verteilung der Ehrenamtlichen in den Dörfern zu achten.

Von den Schmannewitzer Gemeindegliedern engagieren sich 11% ehrenamtlich.

In Bucha sind es 5%. Von den Zeuckritzer Christinnen und Christen arbeiten 22% in der Kirchgemeinde mit und und Ochsensaal sind es sogar 28% der Gemeindeglieder.

Wie kommt das?

 

Ehrenamtliche im Portrait

Edeltraut Müller aus Bucha

Seit Herbst 2015 vertritt Edeltraut Müller aus Bucha unsere Gemeinde in der Kirchenbezirkssynode – ein guter Grund, sie um die Beantwortung einiger Fragen für unseren Gemeindebrief zu bitten.

 

Name: Müller

 

Vorname: Edeltraut

 

Wohnort: Cavertitz / OT Bucha

 

Einige wichtige Stationen in meinem Leben:

Von Beruf bin ich Außenwirtschaftsökonom und habe von 1972 bis 1984 in Berlin bei der Außenhandels GmbH WIRATEX / Textilcommerz als Betriebsorganisator gearbeitet. Aus meiner ersten Ehe habe ich einen Sohn, 1970 wurde ich Mitglied der CDU. Ein Orts- und Arbeitswechsel führte mich über die Tätigkeit als stellvertretender Fachdirektor beim Dessauer Bekleidungswerk 1986 nach Leipzig, wo ich den Juristen Wolfgang Müller heiratete und kirchlich getraut wurde. 1990 wurde ich nach Bewerbung auf die öffentliche Ausschreibung beim Landkreis Leipziger Land als Amtsleiter Personalamt bestätigt und führte das Amt, zuzüglich später auch Hauptamt bis zum Jahr 2004, anschließend nahm ich die Vorruhestandsregelung 60. Lebensjahr, bedingt durch den Krankheitsbeginn meines Mannes, wahr. Während meiner Amtszeit absolvierte ich ein externes Studium an der VW-Akademie Halle + dem Diplom Kommunalwissenschaften. Seit 1994 wohne ich in Bucha. Hier habe ich mit meinem Mann den jetzigen Wohnsitz erworben und aufgebaut. Mit unserer Familie, unseren Freunden und Nachbarn konnten wir 2011 unsere Silberhochzeit feiern mit Einsegnung. Nach langer schwerer Krankheit, die ich pflegerisch begleitet habe, ist mein lieber Ehemann 2014 heimgegangen, zuvor meine Mutter mit über 100 Jahren. Mit meinem Sohn und meinen Geschwistern bin ich eng verbunden. Jetzt bin ich 67 Jahre alt, im Kirchenchor singe ich über 15 Jahre mit und fühle mich in meiner Kirchgemeinde gut aufgehoben.

 

Eine frühe Erinnerung an die Kirche:

Als Pfarrerskind war ich in alle begleitenden Fragen des kirchlichen aktiven Dienstes einbezogen, u.a. Bälge treten für das Orgelspiel und Läuten der Glocken zum Feierabend, Gottesdienst und Amtshandlungen. Mit meinem älteren Bruder schaute ich vom Turm durch die Schallöffnung, ob der Hochzeitszug sich in Bewegung setzt, dann begann das Tauziehen an den Glocken, bis der große Klöppel durch den Schwung der Glocke anschlug – sie läutete. Der Weg im Dorf war meist lang und das Glockenseil musste mit Kraft gezogen werden, da haben wir uns einfach an das Seil geklammert und mit hochziehen lassen. Mein Vater hat auch seine Kinder konfirmiert und mich Gottes Lieben und Gnade gelehrt.

 

Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Gemeinde, weil …

Wir in der Kirchgemeinde Bucha 1994 nicht nur einen neuen Wohnsitz, sondern eine zweite Heimat gefunden haben. Hier kann ich meinen Glauben frei leben, mit meinem Gesang im Kirchenchor gestalten, gem. Matthäus 22, 37-40 umsetzen und weitertragen, mit Leben füllen, die Interessen der Gemeindeglieder vertreten und zur Stärkung des Glaubensauftrags der evangelischen Kirche beitragen.

 

Als ich gefragt wurde, ob ich in der Kirchenbezirkssynode mitarbeiten will, war mein erster Gedanke:

Gibt es dafür keinen Jüngeren? Du wolltest doch keine neue Aufgabe …

 

Mir gefällt an meiner Gemeinde:

  • Der ehrliche, freundliche und hilfsbereite Umgang miteinander, Freud und Leid teilend
  • Überwindung der Ortsgrenzen in gemeinsamen Chorproben, wechselseitigen Gottesdiensten und Chorbegleitungen
  • Differenzierte Gottesdienstgestaltung und Angebote zur Mitwirkung sowie seelsorgerischer Einsatz der Pfarrerin Frau Mette
  • Nimmermüder und geduldiger Profi Frau Kantorin Körner für alle chorischen und musikalischen Belange
  • Die inhaltsreiche und gute Gestaltung des Gemeindebriefs
  • Die neue Sauberkeit auf dem Friedhof Bucha
  • Der Weltgebetstag der Frauen
  • Gemeinsame Chorkonzerte

 

Das könnte ich mir noch anders vorstellen:

  • Vorschlag zur „offenen Kirche“ in Bucha v.a. an kirchlichen Feiertagen und Gedenktagen
  • Bekanntmachungen der Gottesdienste und Veranstaltungen in der Kirchgemeinde auch im „Gemeindeboten“
  • Neuen Schaukasten dazu in Kirchennähe – Vorplatz Kirche Bucha
  • Die Zeitungen dürfen keine runden Geburtstage der Bürger ankündigen, wäre das im Gemeindebrief für die Gemeindeglieder möglich mit Gratulation, Namen, Alter (ab 70 Jahre)
  • Listenübersicht Gemeindeglieder (Anschrift) nach Ortschaft erlaubt?
  • Überwindung der Ortsgrenzen für den angesetzten Gottesdienst durch Gemeindeglieder
  • Werbung für Gottesdienstbesuch / Aufklärung / Erklärung zum Feiertag

 

Irma Schindler aus Schmannewitz

„Ich bin 1947 nach Schmannewitz gekommen und hier konfirmiert worden, Pfarrer Fischer hat uns getraut und die Kinder getauft – man war immer mit der Kirche beschäftigt.“ so erzählt es mir Irma Schindler am Tisch in ihrer Küche. Und es dauert gar nicht lang, da sprudeln die Erinnerungen nur so aus ihr heraus. Schreckliche Erinnerungen an die Flucht sind darunter. Aber ihr fallen auch andere, hellere Geschichten ein, etwa wie die Junge Gemeinde der Kirchgemeinde eine Gruft in unmittelbarer Nähe zur Schmannewitzer Kirche abgebaut hat. „Die Jungen standen in der Gruft und haben Steine nach oben gereicht“, so schildert es Irma Schindler, „die Mädchen machten die Steine sauber, damit im Pfarrhaus ein Raum für die Junge Gemeinde abgeteilt werden konnte.“

Aber auch später hat Irma Schindler die Kirchgemeinde immer wieder tatkräftig unterstützt. Mit Frau Steinert zusammen war sie zu einer bestimmte Zeit im Jahr für die Säuberung der Schmannewitzer Kirche eingeteilt und 2009 hat sie von der verstorbenen Frau Glauche den Dienst übernommen, die Kirchenblättchen in der Schul- und der Torgauer-Straße auszutragen.

Nach nunmehr sechs Jahren gibt Irma Schindler, die im Dezember 2015 ihren 82. Geburtstag feiert, dieses Amt ab. Diese Ausgabe der Kirchennachrichten ist die letzte, die Irma Schindler in den Briefkasten gesteckt hat.

Die Kirchgemeinde sagt ihr ganz herzlich Dank für ihr Engagement.

Und wie Sie sich bestimmt schon denken kennen, sind wir nun auf der Suche nach jemanden, der die Torgauer und die Schulstraße vier Mal im Jahr mit den Gemeindeblättchen beliefert. Ich würde mich freuen, wenn sich dafür jemand finden würde.

 

Anmerkung: Und wir haben jemanden gefunden. Frau Ursula Pätzold aus Schmannewitz wird von nun an die Gemeindeglieder in der Torgauer- und Schulstraße beliefern. Vielen Dank dafür!

 

Yvonne Förster aus Dahlen

 

Mein Name ist Yvonne Förster. Seit Ende 2013 bin ich ehrenamtlich für die Kirche tätig, im Kirchenchor und als Organistin. Ich bin zwar kein Kirchenmitglied, bin weder getauft noch konfirmiert, doch man sagt ja, dass die Musik Brücken schlagen kann. So ist es auch in meinem Fall. Ich hatte in meiner Schulzeit Klavierunterricht, und zufällig ist Herr Jochen Körner mein Arbeitskollege. Als er in einem Gespräch von meiner musikalischen Vorgeschichte erfuhr, fragte er mich gleich, ob ich vielleicht auch Orgel spielen könnte. Seine Kirchgemeinde wäre auf der Suche nach musikalischer Unterstützung. Ich verneinte erstmal. Zum einen hatte ich seit Jahren kaum mehr Gelegenheit zum Klavierspielen gefunden und zum anderen gab es für mich bisher keinen direkten Bezug zur Kirche. Allerdings fühlte ich mich beim Betreten eines Kirchengebäudes schon immer wohl und irgendwie gut aufgehoben. Und das, was ich als Außenstehende über die christliche Religion wusste, fand doch größtenteils meine Zustimmung. Also dachte ich noch mal ernsthaft über das Orgelspiel nach. Wäre es nicht schön, mein Klavierspiel aufzufrischen?

 

Und wenn ich damit noch jemandem helfen konnte – einen Versuch war es wert, dachte ich mir. Und so vereinbarte ich mit der Kantorin Anne Körner einen ersten Kennlerntermin. Es war ein sehr angenehmes Gespräch, auch wenn ich einige ihrer Fragen – ob ich wüsste, was Liturgie bedeutet, wie ein Gottesdienst abläuft und ob ich Lieder des evangelischen Gesangsbuches kennen würde – mit „Nein“ beantworten musste. Aber wo ein Wille ist, ist ja bekanntlich auch ein Weg. Und ich liebe es, Neues zu entdecken! So begann bald der wöchentliche Orgelunterricht. Und ich machte mich Stück für Stück mit dem Gottesdienst und der Kirchgemeinde allgemein vertraut. Frau Körner hatte mich übrigens auch gefragt, ob ich im Kirchenchor mitsingen wollte. Da konnte ich zumindest gleich zusagen, ohne lange zu überlegen. Abschließend möchte ich noch sagen, dass durch mein Ehrenamt die Musik und auch die Kirche als religiöse Gemeinschaft eine wichtige Rolle in meinem Leben eingenommen haben. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Yvonne Förster

 


Familie Pätzold aus Ochsensaal

Ehrenamtlich für die Kirche tätig zu sein, kann ja viel bedeuten. Es kann heißen, im Kirchenchor zu singen. Es kann heißen, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten

oder die Kirchenbücher zu führen. Es kann aber auch heißen, sich vor allem tatkräftig in die Gemeindearbeit einzubringen.

Für solches ehrenamtliches Engagement steht beispielsweise Familie Pätzold aus Ochsensaal.

Ungefähr drei Mal im Jahr mäht Erhard Pätzold einen Teil des Rasens rund um die Ochsensaaler Kirche. Genauer gesagt ist er zusammen mit Wilfried Seidenglanz für die linke Seite des Rasens verantwortlich. Nach getaner Mäharbeit nimmt sich dann Rita Pätzold der Rasenkante entlang des Wegs an. Unvergessen ist auch der Arbeitseinsatz von Erhard Pätzold kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten an der Kirche Ochsensaal. Kurz nach meinem Dienstantritt legte mir Frank Schuster damals dar, dass die Dielung auf dem Dachboden der Ochsensaaler Kirche in Eigenleistung herausgenommen werden müsste, bevor es mit den eigentlichen Arbeiten losgehen kann. „Rufen Sie doch mal Erhard Pätzold an. Der hat früher als Zimmermann gearbeitet.“ riet mir jemand auf meine etwas verzweifelte Nachfrage wie ich das denn bewerkstelligen solle. Ich rief den mir völlig unbekannten Ochsensaaler an und wenig später standen er, mein Mann und ic h auf dem Dachboden und rissen mit vereinten Kräften die alten Dielen heraus. Auch beim Abklopfen der Ochsensaaler Dachziegel war Erhard Pätzold dann wieder dabei – viele Gründe also, sich einmal bei ihm und seiner Frau für ihre zupackende Hilfe zu bedanken!

Kathrin Mette


Heike Wilhelm aus Zeuckritz

Heike Wilhelm ist eine der Neuen im Kirchenvorstand unserer Gemeinde - ein guter Anlass, sie für die Rubrik „Ehrenamtliche im Portrait“ zu interviewen.

 

Liebe Frau Wilhelm, bitte erzählen Sie uns kurz etwas über sich und Ihren Werdegang.

Mein Heimatort ist Zeuckritz. Hier bin ich aufgewachsen, in Bucha getauft und in Schmannewitz konfirmiert. Nach Schule und Studium in Halle zog es mich nach Zeuckritz. Mit meinem Mann habe ich das Wohnhaus meiner Großeltern ausgebaut und uns hier eine gemeinsame Zukunft aufgebaut. Unsere zwei Kinder (11 und 15 Jahre) sind ebenfalls in Bucha getauft und beteiligen sich an verschiedenen Aktivitäten in der Gemeinde z.B. beim Krippenspiel oder in der Kurrende. Seit fast 9 Jahren arbeite ich am Beruflichen Schulzentrum in Oschatz als Lehrkraft.

 

 

 

Was ging in Ihnen vor, als Sie gebeten wurden, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten?

Überrascht war ich schon, aber irgendwie ist es auch eine Ehre. Damit trete ich in die Fußstapfen meines Großvaters Walter Hofmann und meines Vaters Wolfgang Dittrich. Beide haben jahrelang aktiv im Kirchenvorstand mitgearbeitet. Dadurch bin ich schon als Kind immer mit den verschiedenen Aufgaben konfrontiert worden.

 

Und was war letztlich ausschlaggebend dafür, „Ja“ zu sagen?

Der Rückhalt meiner Familie. Bevor ich „Ja“ gesagt habe, haben wir das Thema in meiner Familie besprochen. Und da mir von allen Seiten Unterstützung zugesagt wurde, habe ich letztlich „Ja“ gesagt.

 

Unsere Kirchvorsteher übernehmen (wenn möglich) auch Küsteraufgaben während des Gottesdienstes. Halten Sie das für sinnvoll? Oder sollten wir uns lieber darum bemühen, die ehrenamtlichen Aufgaben auf so viele Schultern wir möglich zu verteilen?

Auf jeden Fall ist es von Vorteil, wenn die Küsteraufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Damit würden auch mehr ehrenamtliche Kirchenmitglieder einbezogen. So können auch neue Ideen entstehen, denn mehrere Augen sehen bekanntlich auch mehr.

 

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie es in 20 Jahren mit dem kirchlichen Leben in unserem Landstrich aussehen wird?

Wie alle wissen, wird es in den nächsten Jahren weitere Veränderungen in der kirchlichen Struktur geben. Die demographische Entwicklung insbesondere in unserem ländlichen Raum wird dabei ausschlaggebend sein. Allerdings gehört die Kirche und ihre Vielzahl an Angeboten zu unserem ländlichen Leben. Und diese sollten wir uns auch bei allen Reformen bewahren. Kirche auf dem Land ist vor allem eine Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen und zu erhalten.

 

Im Moment reagiert die Landeskirche auf die schrumpfenden Mitgliederzahlen ja so, dass sie die Kirchgemeinden dazu anregt, sich zu größeren Verbünden zusammenzuschließen und gleichzeitig die Stellen der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kürzt. Was ist ihre Meinung dazu? Kann Kirche auch unter diesen Bedingungen auf dem Land lebendig bleiben?

Lebendig bleibt die Kirche und das Gemeindeleben durch ihre aktiven Mitglieder. Ich denke, es gibt sehr viele Angebote in unserer Gemeinde von der Kinderkirche bis zum Seniorenkreis ist für alle Altersgruppen etwas dabei. Manches ist leider nicht mehr in dem Dorf anzufinden, wo es mal war. Ich denke dabei an die Christenlehre in Bucha. Es wäre sehr schade, wenn solche Angebote aufgrund der räumlichen Veränderung nicht mehr wahrgenommen werden. Hier ist der Zusammenhalt in den Dörfern wieder stärker gefragt, um z.B. Fahrgemeinschaften zu bilden.

 

Möchten Sie sonst noch etwas loswerden?

Ich hoffe, ich kann der Verantwortung gerecht werden. Außerdem möchte ich offen für alle Belange der Gemeindemitglieder sein.

 

Vielen Dank für dieses Interview!

 

Familie Schuffenhauer aus Schmannewitz

Bestimmt kennen Sie das beglückende Gefühl, eine Kirche zu betreten, die ganz besonders schön geschmückt ist.  Wenn Familie Schuffenhauer aus Schmannewitz für den sonntäglichen Küsterdienst eingeteilt ist, stellt sich dieses Gefühl regelmäßig ein. Und das ist auch kein Wunder: Eva-Maria Schuffenhauer kennt sich aus beim Schmücken und Dekorieren. Schließlich hat sie noch zu DDR-Zeiten eine Ausbildung zur Gebrauchswerberin (Dekorateurin) durchlaufen. Ihr Mann Rolf Schuffenhauer übernimmt derweil den anderen, nicht weniger wichtigen Teil des Küsterdienstes. Er läutet die Glocken, steckt die Nummern der Lieder an, die im Gottesdienst gesungen werden, sammelt die Kollekte ein und zählt sie nach dem Gottesdienst. Ungefähr aller 6 Wochen übernimmt Familie Schuffenhauer diesen Dienst. Angefangen haben die beiden damit als Rolf Schuffenhauer Mitglied im Kirchenvorstand war.

Darüber hinaus hilft Eva-Maria Schuffenhauer regelmäßig beim Frühjahrs-Kirchenputz und singt im Kirchenchor. Viel Aufheben wollen die beiden um diese ehrenamtliche Arbeit allerdings nicht machen. „Wir gehören zur Gemeinde dazu und wollen etwas für sie tun. Wenn jeder seinen kleinen Beitrag leistet, dann wird das was.“ so formuliert es Rolf Schuffenhauer.

Die Kirchgemeinde dankt Familie Schuffenhauer herzlich für ihre ehrenamtliche Arbeit.


Karen Wachsmuth aus Ochsensaal

Liebe Karen, vor 2 Jahren haben wir in unserer Gemeinde damit begonnen, mehrmals im Jahr eine „Kinderkirche“ für die Kindergarten- und Grundschulkinder anzubieten. Du bist von Anfang an bei dem  Projekt dabei gewesen. Was gefällt dir an dieser ehrenamtlichen Arbeit?

 

Es macht Spaß mit den Kindern zu arbeiten, da es nie das Gleiche ist. Jedes Mal gibt es wieder kleine Überraschungen. Allgemein mag ich es, mich einzubringen und an diesem Projekt mitzuarbeiten hat es mir ermöglicht einen kleinen Teil Verantwortung zu übernehmen.

 

Gibt es noch andere Bereiche, in denen du dich ehrenamtlich engagierst?

 

Nein, momentan ist die Kinderkirche meine einzige ehrenamtliche Arbeit.

 

Hast du eine Idee, warum viele Jugendliche in deinem Alter mit Religion wenig anfangen können? Oder entspricht das gar nicht deiner Erfahrung?

 

Leider habe auch ich diese Erfahrung teilweise gemacht. Gottesdienste werden von Jugendlichen sehr wenig besucht. Genau an dieser Stelle ist die Kinderkirche ein guter Ansatz zu zeigen, wie locker und altersgerecht Gottesdienste sein können. Die Kleinen heranzuführen ist meiner Meinung nach der beste Weg, um Interesse an Religion zu wecken. Ich denke nicht, dass Jugendliche in meinem Alter kein Interesse an Religion haben. Vielmehr ist es so, dass man nicht mehr unbedingt die Religion der Umgebung übernimmt und in die Gemeinde hineinwächst. Viele junge Menschen leben ihre Auslegung der Religion ganz für sich allein.

 

Wie wird unsere Kirchgemeinde wohl in 20 Jahren aussehen, wie in 50 Jahren? Hast du da Visionen, Wünsche oder Befürchtungen?

 

Es fällt mir schwer mich auf diese Jahreszahlen zu beziehen, weiß man doch nie was die Zukunft bringt. Jedoch haben sich in den letzten Jahren vermehrt junge Familien in’s Gemeindeleben eingebracht. Auch unser Angebot der Kinderkirche trägt dazu bei, die Gemeinde zu verjüngen. Das dürfte die Zukunft der Gemeinde auf jeden Fall positiv beeinflussen.

 

Vielen Dank für dieses Interview!

 

Bitteschön!

 

Die Bäckerei Rentzsch aus Bucha

Es ist schon dunkel an diesem Spätnachmittag Anfang Februar in Bucha. Der Herrnhuter Stern an der Kirche schickt sein Licht durch den Abend. Andere Menschen kommen jetzt gerade von der Arbeit nach Hause oder sind zumin-dest auf dem Heimweg.

In der Bäckerei Rentzsch aber brennt noch Licht. Denn auch wenn es im Verkaufsraum mittlerweile ruhig geworden ist … im Büro ist noch allerhand zu erledigen und in der Backstube wird der Sauerteig für den nächsten Tag angesetzt.

 

Am 5. Juli 2014 wird die Bäckerei Rentzsch ihr 120. Jubiläum feiern. Denn man schrieb das Jahr 1894 als der aus Lommatzsch stammende Clemens Lange zusammen mit seiner Frau begann, in der ehemaligen Buchaer Schule Brot zu backen und zu verkaufen. Schon damals zog man mit einem Verkaufswagen über Land, so wie es heute immer noch geschieht, nur dass der Wagen damals von einem Hund bzw. Esel gezogen wurde. 1926 übernahm Langes Tochter Dora die Bäckerei, zusammen mit ihrem aus der Nähe von Döbeln stammenden Ehemann Alfred Rentzsch. Ihr Sohn Manfred und seine Ehefrau Rosemarie bildeten die nächste Bäckergeneration. Deren gemeinsamer Sohn Uwe machte zwar zunächst eine Lehre zum Autoschlosser, entschied sich dann aber doch zusammen mit seiner Frau Ilona, in der Bäckerei der Eltern mitzuarbeiten und übernahm die Leitung Mitte der 80er Jahre. Beide lenken die Geschicke der Bäckerei Rentzsch, die mitt-lerweile über drei Außenstellen und 20 Mitarbeiter verfügt, nun schon an die 30 Jahre.

 

Dass sich die Bäckermeister in der hiesigen Kirchgemeinde engagieren, hat eine lange Tradition. Schon Clemens Lange war Mitglied im Buchaer Kirchenvorstand. Und auch heute noch sponsert Familie Rentzsch der Kirchge-meinde zu bestimmten Festen und Anlässen Backwaren oder überlässt sie ihr zu einem günstigen Sonderpreis. Die Erntebrote gehören dazu, genauso wie die Reformationsbrötchen, der Kuchen zur Wiedereröffnung des Rüstzeitheims und die Martinshörnchen, die wir vor zwei Jahren beim Martinsgottesdienst miteinander geteilt haben. Dafür sei Familie Rentzsch an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

 

Auf die Frage, warum die Bäckerei die Kirchgemeinde unterstützt, antwortet Uwe Rentzsch lapidar:

„Weil Dorf und Kirche doch zu-sammen gehören.“ Und er fährt fort: „Außerdem machen wir das gerne. Und es sind ja auch unsere Kunden.“

 

Kay-Uwe Bauroth. Ein Oberschönauer in Schmannewitz

Wenn Kay Uwe Bauroth im Gottes-

dienst die biblischen Lesungen übernimmt, sind das immer sehr eindrucksvolle Momente. Er hat eine unverwechselbare Stimme und schafft es, den alten Geschichten und Texten Leben einzuhauchen. Außerdem küstert Kay Uwe Bauroth und hat immer wieder tolle Ideen, die unserer Kirchgemeinde zugute kommen. Der Schlauch am Schmannewitzer Friedhofsbrunnen beispielsweise geht auf seine Kosten, aber auch die lustigen Flecken am Gemeindebus (die übrigens die Roststellen des Busses bedecken) entspringen seiner Ideenkiste.

 

Lieber Herr Bauroth, Sie stammen ursprünglich nicht aus der Dahlener Heide, sondern aus Thüringen. Bitte erzählen Sie einmal: Was ist das für ein Ort, in dem Sie aufgewachsen sind und wie hat es Sie dann nach Schmannewitz verschlagen?

Im grünen Herz Deutschlands, im Zentrum des Thüringer Waldes, liegt das idyllische Dorf Oberschönau. Obwohl ich seit 1980 in Sachsen wohne und arbeite, fühle ich mich bis heute mit meinem Heimatort sehr verbunden. Einige Ähnlichkeiten meiner Heimat mit Schmannewitz (die Größe der Gemeinde, die Wälder der Umgebung) sind durchaus vorhanden – nur die Berge fehlen. Ob beim Skifahren im Winter oder beim Wandern im Sommer kann man bis heute die 12 Apostel sehen. (Bild)

Wie schon in der Bibel steht: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, … - und meine Frau stammt aus der Dahlener Heide.

 

Seit einiger Zeit sind Sie einer der Schmannewitzer Küster. Sie sind für den Altarschmuck zuständig, läuten die Glocken, sammeln die Kollekte ein und zählen sie nach dem Gottesdienst. Wie kam es dazu?

Mit Familie Fleischmann verbindet uns schon eine lange Freundschaft. Herr Fleischmann fragte mich bei einer Wanderung, ob ich diese Funktion für die Gemeinde ehrenamtlich übernehmen würde.

Übrigens macht den Altarschmuck meine Frau, sie kann das besser als ich.

 

Und wo haben Sie gelernt, Lesungen so eindrucksvoll vorzutragen?

Von 1983-1988 habe ich an der TU Dresden Berufspädagogik studiert. Das Fach „Sprecherziehung“ begleitete mich während des Studiums. Vielleicht liegt es aber auch an meinem noch vorhandenen Thüringer Dialekt.

 

Lieber Herr Bauroth, was wünschen Sie sich von der Kirche?

Wünschen würde ich mir mehr Vorbildfunktion kirchlicher Würdenträger, obwohl natürlich jeder von uns diese haben sollte. Um zu verdeutlichen, wie schwer diese große Aufgabe ist, möchte ich Papst Johannes Paul I. (1912 - 1978) zitieren: „ Auch die größten Heiligen waren höchstens Tageweise ohne Sünde.“ Kirche kann nur durch gemeinsames Gestalten funktionieren, um die Probleme der Zeit zu lösen.

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein frohes Fest.

 

Ich danke Ihnen für dieses Interview.

 

 

Der Allesmacher: Horst Zieger aus Ochsensaal

„Horst, kommste mit? Wir gehen läuten.“ Diesen Satz hat Horst Zieger in seiner Kindheit öfter von seinem Opa Karl gehört. Und er kam gerne mit. „Zu Weihnachten haben wir eine kleine Sturmlaterne mit auf den Kirchturm hinaufgenommen, damit wir etwas erkennen konnten.“ erinnert sich der mittlerweile 80jährige und erklärt auf Nachfrage weiter, dass das Läuten früher noch viel wichtiger war als heute. Das Mittagsläuten beispielsweise war für die Arbeiter auf dem Feld das Signal, Mittagspause zu machen und wenn die Pferde das Feierabendläuten vernahmen, konnte man sie nur mit Mühe bewegen, den Pflug auf dem Acker noch einmal zu wenden.

 

Es sind bewegte Jahre gewesen, die Horst Zieger in Ochsensaal erlebt hat und er steckt voller Erinnerungen:

Er erinnert sich an die Zeit, als der Hof, in dem er noch immer wohnt, eine der Dorfkneipen war. Er erinnert sich an das halbe Jahr, das sein Vater in Gefangenschaft verbrachte und auch daran, wie er seinen auf 70 Pfund abgemagerten Vater bei dessen Rückkehr kaum wiedererkannt hat.

Die Gottesdienst mit Pfarrer Männchen und Fräulein Meusel hat er nicht vergessen genausowenig wie die täglichen Wege zur Schule nach Schmannewitz mit dem Fahrrad oder im Winter mit Skiern.

 

Viel Zeit ist seidem vergangen. Schon lange werden die Ochsensaaler Glocken nicht mehr von Hand geläutet. Immer noch muss man allerdings eine steile und schmale Treppe hinaufsteigen, um zu den Glockenschaltern zu gelangen. Und dieser Herausforderung stellt sich der alteingesessene Ochsensaaler Horst Zieger nach wie vor regelmäßig, obwohl er nach einem unglücklichen Sturz im vergangenen Jahr nicht mehr so sicher auf den Beinen ist.

Außerdem kümmert er sich um die Ochsensaaler Turmuhr, mäht den Rasen auf dem Friedhof, verwaltet zusammen mit seiner Frau die Kirchenschlüssel und war viele Jahre lang im Kirchenvorstand tätig, erst unter Pfarrer Fischer, später dann noch einmal unter Pfarrer Hemmann, der ihn (seiner Erinnerung nach) mit den Worten anwarb: „Sie machen doch sowieso alles, da können Sie auch mit rein in den Kirchenvorstand.“

 

Wir möchten Horst Zieger an dieser Stelle herzlich für „alles“ danken, was er seit Kindertagen ehrenamtlich für die Kirchgemeinde tut.

Heidi Jentzsch. Arbeitet im Kirchenvorstand mit, küstert, singt im Kirchenchor, macht beim Krippenspiel mit und beteiligt sich an der Reinigung der Buchaer Kirche

Sie ist das neue Gesicht in unserem Kirchenvorstand. Seit Pfingstmontag hat Heidi Jentzsch die Nachfolge von Veronica Stein angetreten, die aus privaten Gründen aus dem Leitungsgremium unserer Kirchgemeinde ausscheiden musste. Im folgenden Interview erfahren Sie das Wichtigste über Heidi Jentzsch.

 

Name, Vorname:

Jentzsch, Heidi

Wohnort:

Zeuckritz

Ausbildung:

Dipl. Geoökologin

Zurzeit bin ich tätig als:

Fachmitarbeiter im Umweltamt Landkreis Leipzig, SG Altlasten / Bodenschutz/ Abfallrecht

Eine frühe Erinnerung an die Kirche:

Engel beim Krippenspiel mit einer Kerze, Frau Groß und ihre Bonbondose nach der Christenlehre in Bucha

Ich engagiere mich in der Gemeinde, weil:

... die Kirche für mich einfach dazugehört und ich mitgestalten möchte, vielleicht wird die Kirche so auch für andere junge Leute ein wenig attraktiver

Als ich gefragt wurde, ob ich im Kirchenvorstand mitarbeiten will, war mein erster Gedanke:

Na klar! Erstens sollte auch Zeuckritz im Kirchenvorstand vertreten sein und zweitens kann ich so in die Fußstapfen von meinem Opa Rudi treten.

Mir gefällt an meiner Gemeinde:

Frau Körner und ihr Einsatz für Jung und Alt und die junge Pfarrerin mit ihren Ideen und ihrem Elan bei der 'Gestaltung von Kirche' und ihre Predigten, in denen man sich wiederfindet.

Das könnte ich mir noch anders in der Kirchgemeinde vorstellen:

Schwere Frage, das kann ich vielleicht in einem Jahr beantworten

Wenn ich nicht arbeite oder ehrenamtlich unterwegs bin, mach ich am liebsten:

Oh, da gibt es viele Dinge an denen ich Freude habe. Ganz besonders

wichtig ist mir meine Familie - mit meiner Mama schnattern, allgemein das Zusammensein - so oft wie möglich und die anderen vielen kleinen Traditionen in unserem Alltag, mit meinem Neffen Blödsinn machen, mit Freunden schöne Dinge erleben, Rad fahren, Gartenarbeit - da kann man so schön abschalten, lesen, singen und zur Zeit natürlich Haus bauen.