Die Kirche zu Bucha

Panorama aus sechs Einzelaufnahmen der Kirche zu Bucha © Foto 2011 C.Mette
Panorama aus sechs Einzelaufnahmen der Kirche zu Bucha © Foto 2011 C.Mette

Die Gemeinde Bucha um 1840

Quelle, Art: Bucha. in: Sachsens Kirchen-Galerie, Dritter Band, Vierte Abteilung, Die Inspection Oschatz. Dresden, Schmidt, 1840, S. 10-11.

Bucha.


Es kann uns nur Freude machen, die Fortsetzung der Inspection Oschatz durch solche gewiß streng wahre Bearbeitungen, wie die hier folgende, aus der gütigen Hand des Herrn Pastors Schumann zu Bucha empfangene, begleitet zu sehen.

Die Redaction.

 

Bucha, mit Wald umgeben, liegt an der Preußischen Gränze, 4 St. von Torgau, 3 St. von Oschatz, 3 St. von Strehla und 1 St. von Dahlen. Das Dorf selbst befindet sich in einem Thale, die Kirche aber steht auf einem etwas erhabenen Berge. Daher ist es denn auch für die Einwohner, vorzüglich für die ältere Klasse derselben, sehr beschwerlich, diesen Berg zu besteigen, wenn tiefer Schnee liegt, oder alles mit Eise bedeckt ist.

       In welchem Jahrhundert die Kirche erbaut worden ist, kann nicht gehörig bestimmt werden, da die speciellen Nachrichten davon fehlen. Vor einigen Jahren, wo der Thurm gedeckt und der Knopf abgenommen wurde, glaubte man Nachrichten darin zu erhalten; allein alle Schriften, welche darin lagen, waren vermodert; nur einige Münzen, vom Roste verschont, fand man darin. Indessen muß die Kirche, da man sie auf einer alten Urkunde abgezeichnet findet, in neuerer Zeit große Veränderungen erlitten haben; in dem vorigen Jahrhunderte war der Kirchturm nämlich platt; jetzt geht er in eine Kuppel aus.

Dies muss ohne Zweifel vor dem Jahre 1750 geschehen sein; denn über dem Eingange zur Sacristei stehen die Worte A.C. 1750 und auf der Fahne des Thurmes sieht man die Jahreszahl 1751. Auch findet man in der Kirchrechnung von 1747-1748 in der Ausgabe ein Kapitel, welches die Ueberschrift führt: Baukosten bei der Kirchenreparatur, wo dem Zimmermeister Walther 84 Thlr. 14 Gr. 6 Pf., und dem Maurermeister Böhme 20 Thlr. 3. Gr. gereicht worden sind. Die Kirche selbst ist ansehnlich, symmetrisch gebaut; man kann dieselbe sehr weit sehen, weil sie auf einem Berge liegt und im Innern zeichnet sie sich durch ihr helles Licht und durch ihre freundliche Sacristei aus. Im Jahre 1747 erhielt sie eine neue Orgel, der Verfertiger derselben war der Orgelbauer Flemming aus Torgau; auch wurde in eben diesem Jahre die eine Glocke, welche gesprungen war, in Dresden von neuem umgegossen. Sie hat überhaupt 3 Glocken und seit dem Jahre 1809 eine Thurmuhr, welche 130 Thlr. kostet, und einen für die hiesige Gemeinde geräumigen und trockenen Kirchhof. Zu dieser Kirche gehören 5 Schfl. Holzland, das Catharinengehau genannt, weil die Kirche ehedem der heil. Catharine gewidmet war. Ein gewisser Bodo v. Ileburg schenkte im Jahre 1285 nach einer Urkunde, die in Kreyßigs Beiträgen (Theil I, Seite 115ff.) sich findet, Bucha nebst dem Patronatrechte dem Kloster zu Mühlberg, und Markgraf Heinrich der Erlauchte gab seine Einwilligung dazu.

 

Beileigende Ansicht von Bucha wurde von dem Wege nach Dahlen aus gezeichnet. Das links vor der Kirche stehende Gebäude ist die Pfarrwohnung, welcher das Schulhaus rechts liegt.
Beileigende Ansicht von Bucha wurde von dem Wege nach Dahlen aus gezeichnet. Das links vor der Kirche stehende Gebäude ist die Pfarrwohnung, welcher das Schulhaus rechts liegt.

Zeichnung um 1830 von Julius Möckel, Quelle: Sachsens Kirchen-Galerie, S.143.

Seit dem Jahre 1657 sind hier folgende Prediger angestellt gewesen; als: von 1657-1663 Christian Kreisel, welcher als Pfarrer nach Schmannewitz gekommen ist;

von 1663-1671 Johann Braun, von Mittweida;

von 1671-1676 Christian Menzer;

von 1676-1710 Christian Seidel, allein;

von 1710-1718 mit dem Substituten Pauli;

von 1718-1720 Pauli allein;

von 1720-1743 Christian Müller;

von 1743-1778 der ehemalige Rector aus Dahlen, Benjamin May;

von 1778-1784 der nachher in Oschatz verstorbene Archidiaconus Hofmann;

von 1784-1795 der ehemalige Rector aus Oschatz Zimmermann, welcher zuletzt als Pfarrer in Zschochau starb;

von 1795-1803 Schmidt aus Müglenz, ein Großonkel des Verlegers der Kirchengalerie;

von 1803-1820 der vormalige Rector aus Dobrilugk und jetzige Pfarrer in Lichtenhayn, M. Liebe;

von 1820-jetzt der ehemalige Rector von Lommatzsch, Johann Gottlob Schumann.

 

Als Schullehrer und Organisten sind seit dem 17. Jahrhundert angestellt gewesen: Georg Reinhardt, dessen Sohn, Christian Reinhardt; Michael Weber; Christian Schulze, Georg Zenker; dessen Sohn, Gottlob Zenker; und jetzt dessen Enkel, Wilhelm Theodor Zenker. Er unterrichtet gegen 116 Kinder. Der Collator der Kirchen= und Schulstelle ist Carl Julius Wilhelm v. Oppel auf Wellerswalda. Seine Vorfahren hatten zwar hier in Bucha ein Vorwerk, welches in 7 Hufen Acker=, Wiesen= und Holzland bestand; allein da es im 7jährigen Kriege sehr verwüstet wurde und sie es nicht wieder aufbauen wollten, so verkauften sie es an einige Feldbegüterte in Bucha, die es unter sich theilten, wobei eine halbe Hufe mit 100 Fl. bezahlt wurde.

 

      Ueberhaupt sind hier in Bucha viele Veränderungen vorgefallen. So waren nach Eeendigung des 30jährigen Krieges nur noch 1 Bauer, 1 Gärtner und 1 Häusler übrig, und jetzt zählt man 294 Einwohner und 47 Häuser darin, wozu man die Kirche, die Schule, 1 Dritthalbhufen=, 2 Zweihufen=, 2 Fünfviertelhufen=, 4 Hufen=, 1 Dreizehnviertelhufen=, 1 Halbhufen  und 1/4 Hufengut, 1 Mühle, 28 Häuslerwohnungen, 1 Schmiede und 2 Gemeindehäuser rechnet.

      Zu dieser Kirche gehören ferner:

Zeuckritz, ein Dorf, wo sich das Jägerhaus, das Vorwerk und die Schäferei des Cammerherren v. Thielau auf Lampertswalda befindet. Außer diesen Gebäuden sieht man noch 1 Hufen= und 1 Dreiviertelhufengut, 1 Windmühle und 24 Häuslerwohnungen, worin überhaupt 174 Einwohner leben. Das Dorf selbst liegt etwas hoch und man hat von hier aus eine der schönsten Aussichten; denn man sieht nicht bloß Oschatz und die umherliegenden Dörfer, sondern das Auge trägt uns selbst über Oschatz hinaus in die entferntesten Gegenden, die sich von allen Seiten aus darbieten.

      Endlich ist auch zu dieser Kirche seit 1818 das Reudnitzhaus geschlagen, welches vor der Theilung zur Pfarrei Reussen gehörte. Es liegt mitten im königl. Walde, 1 St. von Bucha entfernt, hat 1/2 Hufe Ackerfeld und macht das Besitzthum des dasigen königl. Forstbeamten aus, welcher für den Wald Sorge zu tragen hat.

 

      Beileigende Ansicht von Bucha wurde von dem Wege nach Dahlen aus gezeichnet. Das links vor der Kirche stehende Gebäude ist die Pfarrwohnung, welcher das Schulhaus rechts liegt.

      Eine zweite Ansicht von Bucha, aufgenommen vom Kirchberge, wird einer späteren Lieferung als Beilage dienen.

Eine zweite Ansicht von Bucha, aufgenommen vom Kirchberge, wird einer späteren Lieferung als Beilage dienen.
Eine zweite Ansicht von Bucha, aufgenommen vom Kirchberge, wird einer späteren Lieferung als Beilage dienen.

Die Gemeinde Bucha um 1900

Quelle, Art: Die Parochie Bucha. in: Georg Buchwald [Hrsg.], Neue sächsische Kirchengalerie, Teil: 3: Ephorie Oschatz (bearb. von Albert Fraustadt). Leipzig, Strauch, 1901, Sp. 103-112.

Die Parochie Bucha.


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Bucha, freundliches Dorf, von Nord nach Süd sich dahinstreckend, auf drei Seiten von bewaldeten Hügeln umgeben, drei Std. von Oschatz, eine Std. von Dahlen. - Die Kirche nebst großem Gottesacker liegt am Nordende des Dorfes auf einem ziemlich steil

ansteigenden Hügel. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über das zu Füßen liegende Dorf nach Süden bis zum Colmberg, SW. über Dahlen hinaus, W. und N. auf die weiten Waldungen der umliegenden Forsten. - Nach der Meißner Bistums=

Bucha (von WSW) um 1900.
Bucha (von WSW) um 1900.
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matrikel gehörte Bucha zu der Praepositura Cloden, sedes. Torgaw. Nach Keryßigs Beiträgen (Teil 1. S.115 f.) und Aug. Schumann's Staats= Post= und Zeitungslexikon von Sachsen schnenkte Botho von Ileburg 1285 Bucha nebst dem Patronatrechte an das Kloster Mühlberg, wozu Markgraf Heinrich der Erlauchte seine Einwilligung gab. - Im Jahre 1520 belieh das Mühlberger Kloster Dietrich und Christoph Truchsaß auf Wellerswalde, mit Bucha; seitdem ist bei der Herrschaft von Wellerswalde das Patronat und Collaturrecht geblieben. Die Vorfahren dieser Herren von Truchsaß hatten in Wellerswalde zwei geistliche Lehen gestiftet, eins das Lehen S.Crucis und das andere S.Barbara genannt. In der Visitation, welche vor 1535 d.i. wohl i.J. 1530 gehalten wurde, kam S.Crucis, welches längst erledigt war, zur Erhaltung der Custodia von Bucha zu diesem Orte. Bis zur Visitation vom J.

1556 war jedoch noch nichts von den ausgemachten Zinsen hierhergezahlt, auch das Land et.cet. nicht überwiesen, da die von Truchsaß das Lehen in eigenem Nutzen zum Teil verkauft, zum Teil an sich gezogen hatten. Auf Vermahnung erklärten sich dann Dietrich und Hans v. Truchsaß bereit, den Zins für das Lehen zu bezahlen. - 1556 hatte S. Barbara noch seinen possessorem, es sollte nach Ableben desseleben - diest ist ungefähr 1573 eingetreten - zu einem Hospital oder zu einer anderen milden Sache geordnet werden. Da jedoch zur Gründung eines Hospitals in Wellerswalde keine Veranlassung vorlag - wurde auch dieses Lehen durch die Visitatoren nach Bucha für Pfarre und Custodia überwiesen. - Von den Geldzinsen hatte die Wittib des letzten Possessoren auf Lebenszeit 1 Schock zu empfangen, ebenso von den Getreidezinsen 2 Scheffel Korn. Das "gut Stück Holz" welches bei St. Barbara

Kirche zu Bucha (von SSO) um 1900.
Kirche zu Bucha (von SSO) um 1900.
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gewesen, hatte Dietrich von Truchsaß zur Pfarre von Wellerswalde geschlagen, wobei es auch die Visitatoren belassen haben. - cf. Nachrichten im Pfarrarchiv.

      Was die Kirche anbelangt, so ist unser jetziges Gotteshaus i.T. 1869 am 14. November geweiht, nachdem am 8. April 1868 infolge Blitzschlages Thurm und Kirche niedergebrannt waren. - Es ist ein schmuckloser Bau - die einzige Sehenswürdigkeit bilden drei alte Holzfiguren, Maria mit dem Kinde Jesu auf dem Arme, die heil. Barbara und Katharina, welche dem alten Flügelaltar angehörten, wenigstens 500 Jahre alt sind, im Jahr 1898 der vergessenheit und dem Verderben entrissen - sie lagen unter Gerümpel und Staub auf dem Kirchboden - vom Holzbildhauer Roch in Dresden neu hergerichtet wurden, und in der Kirche an einer Seitenwand zur Aufstellung gelangten. - Bei dem Brande im Jahre 1868 sind die Glocken und die Urkunden im Knopf des Turmes vernichtet. Größeren historischen Wert besaßen sie nicht, weil die Urkunden höchstens bis 1748 zurückreichten, wo bei einer größeren Kirchenrenovation der Knopf geöffnet wurde und sämtliche Schriftstücke vermodert waren. - Die auch im Jahre 1868 verbrannte große Glocke - die Kirche besitzt drei Glocken - war nicht mehr die alte, welche eine Inschrift besessen hatte. Diese war nämlich wegen ihres Risses im Jahre 1747 in Dresden umgegossen worden, leider ist die ausdrücklicher erwähnte Inschrift nicht aufgezeichnet worden. - Als im Jahre 1632 das Dorf geplündert wurde, ging auch die damalige Kirche in Flammen auf. - Das Äußere der Kirche hat sich gegen früher wesentlich dadurch verändert, daß der Turm bei der letzten Renovation von der Ost= auf die Westseite der genau orientierten Kirche gestellt wurde. Im 17. Jahrhundert war der Turm platt, im 18. Jahrhundert erhielt der Turm eine Kuppel, jetzt hat er eine hochtragende, weithinschauende Spitze. Einst besaß die Kirche fünf Scheffel Holzland, das Katharinengehau nach der Schutzpatronin der heil. Katharina genannt, am Dahlener Wege liegend, was aber im Jahre 1847 bis 1872 abgetrieben und zu Feld umgewandelt wurde. - cf. Pfarrarchiv.

      Das Alter der Pfarre, welche verschiedene Renovationen erfahren hat, die letzte am Ende

des 18. Jahrhunderts - ist unbestimmt. Die Wirtschaftsgebände sind bis auf ein kleines Nebengebäude verschwunden. Einst standen auf dem jetzigen Hofe und Vorgarten Stallungen und hinter der Pfarre in der Nähe des jetzigen Bleichplans die Scheune. Im 16. Jahrhundert war auch noch ein Keller für den Pfarrer im Kirchberge, wo er aber zu suchen, ist nicht nachweisbar. Die Grundmauern des Pfarrhauses gehen wahrscheinlich auf das Jahr 1630 zurück, wo bei einem großen Brande am 7. Nov. 1630 auch die Pfarre vollständig vernichtet wurde und mit ihr die ganze Habe des damaligen Pfarrers in Flammen aufging. Der Dreißigjährige Krieg ist überhaupt nicht spurlos an der Gemeinde vorübergegangen, nach Beendigung desselben war nur noch 1 Bauer, 1 Gärtner, 1 Häusler übrig. Dem entspricht es auch, wenn man in den Taufnachrichten von den Jahren 1660-1664 nur je 2, 3 oder 4 Geburten verzeichnet findet. - Schon im Jahre 1632 war der damalige Pfarrer Laurentius geflohen, er kehrte allerdings auf kurze Zeit zurück, aber vom J. 1634-1654 war Bucha mit der Wellerswalder Pfarrei vereint. Da 1630 gewiß auch die alten Kirchenbücher verbrannt sind, so stellen die mit dem Jahre 1659 beginnenden Taufnachrichten die ältesten noch vorhandenen Kirchenbücher dar. Im Pfarrarchiv befinden sich einzelne alte Akten, die ganz interessante Aufschlüsse über Leben und Treiben der damaligen Bevölkerung geben. -

      Das ehemalige Vorwerk, welches die Patronatsherrschaft hier besaß, ist an Feldbegüterte in Bucha verkauft, nachdem es im 7 jährigen Kriege sehr verwüstet wurde und die Herrschaft es nicht wieder aufbauen wollte. Es bestand aus sieben Hufen Acker, Wiesen und Holzland.Die halbe Hufe wurde mit 100 fl. bezahlt.

      Die alte Schule aus dem Jahre 1575 wurde im Jahre 1803 verkauft; sie lag recht am Wege vor der Pfarre und ist jetzt in ihr eine Bäckerei eingerichtet. - Die neue, große, geräumige, schöne Kirch=Schule liegt am Kirchberge und stammt aus dem Jahr 1892.

      An Einwohnern zählt Bucha circa 340 Seelen, darunter 11 Gutsbesitzer, einen Schneidemühlenbesitzer mit Gut und Wirtschaft am Teiche, einen Schmied, Stellmacher, Bäcker. Nur wenige Bewohner sind wohlhabend, die meisten Bewohner befinden sich in kleinen Verhältnissen; von ausgesprochener Ar=

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mut kann man aber nicht reden, da eine große Anzahl von Männern als Maurer und Zimmerleute im Sommer einen guten Verdienst in der Stadt haben und im Winter als Waldarbeiter Beschäftigung finden.

      Nach Kreyßig, Album der evangelisch-lutherischen Geistlichen im Königreiche Sachsen sind seit der Reformation hier thätig gewesen:

 

1552 Nicolaus Behr aus Oschatz,

155.. Jacob Osterland,

1558 Peter Nicolai genannt Claus,

15... Blosius Clemens,

1584 Johann Zimmermann.

Dann fehlt in Kreyßig 1593 Georgius Winkler aus Oschatz.

1625 Johann Laurentius aus Oschatz,

1657 Christian Kreisel als Pfarrer nach Schmannewitz verzogen.

1663 Johann Braun aus Mittweida,

1671 Christian Menzer,

1676 Christian Seidel,

von 1710 bis 1718 mit Substitutus Pauli.

1718 Pauli,

1720 Christian Müller,

1743 Gottfried Benjam. May,

1778 Hofmann,

1784 Joh. Georg Zimmermann.

1795 Christian Gottlob Schmidt, 1803 Traugott Ehrenfried Amatus Liebe,

1820 Joh. Gottlob Schumann,

1841 Emil. Aug. Vogel,

1854 v. Larisch,

1859 Aug. Herm. Hartlich,

1872 Carl Rudolf Gritzner,

1884 Johann Friedr. Meißner depos.,

1893 Otto Theodor Heinr. Reinhardt.

 

      Als Schullehrer und Organisten waren seit dem 17. Jahrh. angestellt: Georg Reinhardt; dessen Sohn Christian Reinhardt; Michael Weber,

Christian Schulze, Georg Zenker, dessen Sohn Gottlob Zenker, und dessen Enkel Wilhelm Theodor Zenker, Karl Moritz Wagner, †1893. -  Ernst Robert Kasten.

      Zur Kirche von Bucha gehört auch das Dorf Zeuckritz, 1/4 Std. östlich von Bucha gelegen. Ehemalig gehörte das Dorf zur Herrschaft Lampertswalde, welche hier noch ein Vorwerk und Försterei besitzt. In den alten Nachrichten um 1575 wird es ein armelig Dörflein genannt. - Auch heute kann man von Reichtum nicht reden, wenn schon sich das Aussehen zum Vorteil gewendet hat. Die alten mit Stroh gedeckten Lehmhäuser sind verschwunden, als im Juli 1895 in gewaltiger Feuersbrunst fast der ganze Teil an der Hauptstraße abbrannte. Von der Windmühle aus hat man eine große weite Fernsicht über die Oschatzer Gegend hin und bei klarem Wetter  kann man bis zu den Lausitzer Bergen hinschauen. - An Einwohnern zählt Zeuckritz circa 180 Seelen. -

      Seit 1818 gehört auch zur Kirche von Bucha das kgl. Forsthaus.

      Reudnitz 1 Std. nördlich von Bucha und Zeuckritz, romantisch inmitten des Waldes gelegen. Nach meiner Ansicht ist dieses Reudnitz das alte Rodewawitz oder Klosterhof Ronditz - Runditz welches dem Kloster zu Sitzenroda i.J. 1283 von Heinrich dem Erlauchten Markgrafen zu

Bucha, Blick auf das Oberdorf (von W.) um 1900.
Bucha, Blick auf das Oberdorf (von W.) um 1900.
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Meißen bestätigt wurde. 1529 saß hier noch ein Lehensrichter für die aus Belgern und Batitz, letzteres nun auch eine wüste Mark. 1530 waren die Bewohner von Runditz mit einigen anderen Dörfern nach Taura eingepfarrt. 1570 war jedoch Runditz als dorf verschwunden, etzliches Land wurde nach Belgern verkauft, die Gräsereien

und 3 kleine Teiche an die von Radestock verpachtet. - So ist 1575 Runditz wüste Mark. - Die kgl. Oberförsterei muß auf oder ganz in der Nähe des ehemaligen Gottesackers liegen, denn als man i.J. 1896 (?) eine neue Röhrwasserleitung legte, wurde eine Anzahl von Schädeln aufgedeckt und gefunden.

Reinhardt, Pfarrer

Die Gemeinde Bucha heute

Kirche zu Bucha © Foto 04/2011 C.Mette
Kirche zu Bucha © Foto 04/2011 C.Mette

An der Altarwand befinden sich noch heute die drei geschnitzten und bemalten Holzfiguren: Maria mit Jesuskind, die Heilige Barbara und die Heilige Katharina. Diese Figuren stammen von einem Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert und wurden 1898 in einem sehr verrottetem Zustand auf dem Kirchenboden gefunden (siehe Art. "Die Parochie Bucha."). Ihre Restaurierung erfolgte in Dresden.

 

Die Orgel von der Firma Jehmlich wurde 1869 gefertigt.

 

Das Kircheninnere erfuhr in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts unter dem damaligen Pfarrer Fischer einschneidende Veränderungen. Die Emporen wurden verkürzt und der Kanzelaltar abgenommen. Die hölzerne Altarwand wurde durch eine steinerne ersetzt.

 

In der Kirche zu Bucha finden regelmäßig Gottesdienste statt. In Zukunft wollen wir gerne die Türen dieser Kirche an den Sommerwochenenden für die  Bevölkerung des Dorfes und seine Gäste öffnen. Dafür suchen wir noch Kirchenwächter. Wenn Sie Interesse an dieser Tätigkeit haben, melden Sie sich bitte im Pfarramt.

Läuteordnung Bucha.pdf
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