Die Kirche zu Schmannewitz

Die Schmannewitzer Dorfkirche wurde 1732 nach Plänen von George Bähr errichtet. Dies wurde 1962 bei der Abtragung und Erneuerung des Kirchturmes entdeckt. Seitdem steht die Kirche unter Denkmalsschutz und wurde nach den alten Plänen restauriert.

Typische Merkmale der von George Bähr erbauten Kirchen sind in Schmannewitz zu finden. Wie die Frauenkirche in Dresden ist sie auch eher ein Zentralbau, der Turm steht nicht im Westen, auch nicht ganz im Osten, sondern ist am Ostende ein Stück in Richtung Schiffmitte gerückt. Ebenfalls typisch ist der Kanzelaltar (die Kanzel befindet sich über dem Altar), der die reformatorische Erkenntnis vermittelt, dass der Glaube aus dem gepredigten Wort kommt. Die Grundform der Kirche ist ein Kreuz.

 

Bei der später folgenden Innenerneuerung wurden unter anderem die für die Stilepoche typischen, bleiverglasten Fenster eingesetzt und der Sandstein im Altarraum und Gang erneuert. Die schöne Rundung der freitragenden Empore wurde durch zwei Eisensäulen gestützt, damit die Sicherheit gewahrt bleibt.

 

Orgelempore © Foto 2011 C.Mette
Orgelempore © Foto 2011 C.Mette

Emporen und Kanzelaltar waren im vorigen Jahrhundert einheitlich braun überstrichen worden. Farbabwaschungen ergaben nun die schönen Musterungen und Farbge-

bungen, die in mühevoller Kleinarbeit vom Kunstmaler Taubert erneuert wurden. Dabei ist besonders die Fassade des Kanzelaltares zu beachten, die nun sehr deutlich ausdrückt, was gerade den ländlichen Barockstil dieser Epoche auszeichnet. Bloßes Holz soll durch die kunstvolle Bemalung edle Materialien wie Marmorsäulen, Samtvorhänge oder Goldquasten darstellen oder nachahmen.

 

Die 2. Empore auf der Nordseite war ursprünglich nicht vorhanden. Sie stammt aus einer Kirche von Cröbern bei Leipzig, die der Braunkohle zum Opfer fiel.

 

Altarraum © Foto 2011 C.Mette
Altarraum © Foto 2011 C.Mette

Die Orgel, barock nachempfunden, wurde im Jahre 1977 geweiht (von der Firma Rühle aus Moritzburg neu gebaut) und ist mit ihren 17 Registern auf 2 Manualen und dem gut durchgegliederten Pedal ein beachtliches Instrument.

 

Eine umfassende Außenerneuerung wurde im Jahr 2000 vorgenommen. Dabei wurde der Außenputz größtenteils erneuert, die schadhaften Sandsteingewände der Fenster ausrepariert, bzw. durch Fenster ersetzt und schließlich wurde die Kirche vollständig gestrichen.

 

Sehenswert ist auch die in der Kirche zu findende Tauflese, auch wenn sie nicht zur Originalausstattung gehört. Von Pfarrer Hemmann entdeckt war sie nur noch in Teilen erhalten und in einem schlechten Zustand. Die Atelier-Gemeinschaft Rosi Schwabe und Stephan Türmer aus Dresden restaurierten sie ein halbes Jahr. Seit dem Frühjahr 2008 steht sie in voller Schönheit in unserer Schmannewitzer Kirche.
 

Die Kirche Schmannewitz besitzt drei Glocken. Die mittlere (as) und kleine Glocke (c) waren im 2. Weltkrieg abgenommen und eingeschmolzen worden. Doch seit 1955 verfügt die Kirche wieder über ein vollständiges Geläut:

Die erste Glocke mit dem Ton fis' wiegt 680 kg und stammt aus dem Jahr 1440.

Die zweite Glocke, a',  wiegt 361 Kg und war von der Firma Schilling-Söhne 1952 aus Bronzeschrott des Hamburger Glockenfriedhofs gegossen worden. Dieser Bronzeschrott war der Kirchgemeinde vom sächischen Landeskirchenamt zugewiesen worden.

Auf ihr findet sich den Akten zufolge die Jahreszahl 1952 und die Aufschrift "SOLI DEO GLORIA".

Die 3. Glocke, gestimmt auf den Ton d'' wiegt 172 kg stammt aus dem Jahr 1907 (ebenfalls Schilling-Söhne) und war bis 1955 die kleine Glocke der Kirche zu Terpitz.

 

Läuteordnung Schmannewitz.pdf
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Die Schmannewitzer Kirche ist von Ostern bis zum Reformationstag normalerweise ganztägig für Besucherinnen und Besucher geöffnet.