Netzwerk für gute Nachbarschaft in der Kommune Cavertitz

Einladung zum Begegnungscafé am 10. Juli

 

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

im vergangen September lag in unseren Briefkästen eine Einladung der Gemeinde

Cavertitz zu einer Bürgerversammlung am 28.09. in der „Heidepension“ zum

Thema Flüchtlingsunterbringung in der Gemeinde Cavertitz.

Am Abend des 28.09.15 wurde gemeinsam mit Pfarrer Gnaudschun – Gemeinde

Lampertswalde – von unserer Bürgermeisterin Frau Gürth das „Netzwerk für gute

Nachbarschaft“ ins Leben gerufen. Dem hat sich auch Pfarrerin Mette angeschlossen.

Dennoch ist das „Netzwerk für gute Nachbarschaft“ nicht als eine reine kirchliche

Angelegenheit zu betrachten, sondern betrifft jeden, es soll jedenfalls für

jeden zugänglich sein, egal ob aktiv, nutznießend oder nur als stiller Beobachter.

Sicher, bislang haben Sie noch nichts von diesem „Netzwerk“ bemerkt, aber vielleicht ist dem einen oder anderem das Treiben auf meinem Hof aufgefallen. Auch aus Angst vor unerwünschten Reaktionen haben sich die Mitglieder des „Netzwerkes“ bisher bedeckt gehalten, so fand ein erstes Begegnungscafé bereits im Dezember im Gastraum des „Hotel zur Mühle“ statt, damals waren die gerade

eingetroffenen asylsuchenden Gäste, wurden mit Kuchen aus unserer Küche bewirtet.

Im Januar, beim nächsten Begegnungscafé tischten die Bewohner der Mühle

auf, im Februar standen wir gemeinsam in der Küche und teilten uns redlich in

die vorhandenen Backöfen der Gemeinschaftsküche in der Mühle. Das nächste Begegnungscafé fand am 3. April und erstmals bei mir statt, vielleicht von

meinen Nachbarn bemerkt, das darauffolgende am 17. April konnte leider nicht

bei mir stattfinden.

Nun für Sonntag den 10. Juli planen wir wieder eine Begegnung im Garten, treffen

wollen wir uns um 16 Uhr im Kunstbauernhof. Geplant sind Gespräche bei

kühlenden Getränken und Kuchen, später soll der Gulaschkessel mit einer Hühnersuppe in Aktion treten. Und vielleicht wird aus dem Vorbeisehenden ja auch

ein Wiederholungstäter. Und keine Angst vor Verständigungsschwierigkeiten, wir

haben doch Hände und Füße.

Wir sind nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner der Mühle da, sondern wollen die Begegnung untereinander fördern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia E. Lambe

verein@kunstbauernhof.de

Zum Ziel des Netzwerkes:


Man sagt: "Früher war alles besser. Früher war mehr Zusammenhalt." Nein. Es ist immer so gut, wie wir es wollen.

 

Gute Nachbarschaft ist eine schöne Sache. Wenn einer Hilfe braucht, hilft ihm ein anderer. Stellt Euch vor, es gäbe in der Kommune Cavertitz ein gut organisiertes, weit gespanntes Netz von freundlichen Nachbarinnen und Nachbarn, die einfach da sind für andere und helfen, wenn Hilfe gebraucht wird. Ein Netzwerk zur Hilfe FÜR ALLE.

 

Auch für Flüchtlinge, aber eben nicht nur.

 

Ein Ohr, das zuhört, ein Besuch, Hilfe beim Einkaufen, Hilfe bei Behördengängen, ein Fahrdienst, ein guter Rat.

 

Ach es gibt so viel, was gut tut.

 

Jeder nach seinen Gaben, jeder nach seiner Zeit, jeder nach seinen Möglichkeiten.

 

Stellt Euch vor, es gäbe in der Kommune Cavertitz ein weit gespanntes Netz der Hilfe.

 

Wenn Sie am Aufbau eines Netzwerkes mitwirken oder auch nur Teil des Netzwerkes sein möchten, können Sie sich mit diesem Onlineformular beim Netzwerk anmelden:

 

Die Initiatoren Pfarrer Markus Gnaudschun und Bürgermeisterin Christiane Gürth

Website "Hoaxmap" entlarvt Gerüchte über Flüchtlinge

Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahres ist zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über Asylsuchende* in die Welt gesetzt und viral verbreitet werden. Von gewilderten Schwänen und geschändeten Gräbern. Auf http://www.hoaxmap.org/ werden sie gesammelt und vor allem wird auf die Gegendarstellung zu den Gerüchten und Anschuldigungen verwiesen.

Berichte aus dem Netzwerk für soziale Nachbarschaft

Wir kennen die Namen ihrer syrischen Heimatstädte aus den Nachrichten, sahen die Bilder der zerstörten Orte im Fernsehen. Sie flüchteten und „strandeten“ jetzt in der Buchaer „Mühle“, warten auf ihre Anerkennung als Flüchtlinge. Ihre Schicksale sind ganz unterschiedlich, aber alle sind froh, hoffen zu dürfen, in Deutschland eine Chance auf einen Neuanfang in Frieden zu bekommen. Vieles ist ihnen fremd, aber sie sind begierig, Deutsch zu lernen, das Land, uns Deutsche kennen zu lernen und zu lernen, wie unser Leben läuft. Das geht am besten im direkten Kontakt. Das dachten sich auch die Mitglieder des „Netzwerks für gute Nachbarschaft“ und kamen auf die Idee, einmal im Monat ein Begegnungscafé zu organisieren. Und wer von den Mitgliedern kann, kommt Sonntagnachmittag in die „Mühle“. Beim ersten Treffen luden wir Deutschen ein, brachten Plätzchen mit, Süßigkeiten, Kaffee und Tee. Fast alle Bewohner folgten unserer Einladung. Erste Kontakte wurden geknüpft. Wir erfuhren von Schicksalen, sahen dankbar strahlende Gesichter. Deutsche und syrische Kinder spielten gemeinsam. Die Kleinen brauchen untereinander kaum Worte, Süßigkeiten werden geteilt, Spielzeug zusammen genutzt.

Am 24. Januar dann ein zweiter sonntäglicher Treff. Und es waren nicht nur Netzwerkmitglieder gekommen, auch Nachbarn schauten vorbei, und diesmal waren „unsere“ Flüchtlinge unsere Gastgeber. Wir hatten gefragt, ob die Bewohner der „Mühle“ uns heimisches Gebäck vorstellen könnten. Nicht ahnend, dass Süßigkeiten bei ihnen am Morgen gegessen werden... Der Anblick der liebevoll gedeckten großen Tafel hat manchen von uns, ehrlich gesagt, die Tränen in die Augen getrieben. Die war nicht nur gedeckt, sie war übervoll mit Köstlichkeiten des nahen Ostens: Reisgerichte, köstliches „Gebäck“ aus Nüssen und Fleisch, leckere Kartoffeln in Tomatensoße, eingelegtes Gemüse, Salat, gefüllte Weinblätter, zarte Hühnerbeine. Freunde der Asylsuchenden aus Chemnitz hatten Fladenbrot besorgt und mitgebracht. Wir lernten, dass man damit sämtliche Speisen anfassen und zum Mund führen kann... Essen verbindet, Essen kann Kultur vermitteln, fremde Speisen sehen nicht nur gut aus, sie schmecken phantastisch. Es war ein Nachmittag ohne Kuchen, ein Nachmittag mit übervollen Bäuchen, viel Lachen, Gesprächen mit Händen und Füßen und dankbaren Gastgebern und Gästen. Der Abwasch wurde gemeinsam erledigt. Da reichen Gesten und Anfassen!

Und am Ende saß ein eisernes Grüppchen noch bis in den frühen Abend bei Tee und Kaffee beieinander und übte Deutsch zu sprechen. Gar nicht so einfach, beispielsweise das Wort Schwester auszusprechen und nicht Schwätzer zu sagen...

Die zumeist jungen Leute in der Buchaer „Mühle“ haben ihre Schicksale, vermissen ihre Familien, haben aber den eisernen Willen, Deutsch zu lernen, Arbeit zu finden, sich einzubringen. Täglich fünf Stunden Deutschunterricht – sie wissen, ohne die Sprache zu beherrschen, bleiben Träume nichts weiter als Träume. Also auf in die kommende Woche und wieder eifrig lernen. Sie freuen sich auf unser nächstes Begegnungscafé. Diesmal soll erst einmal gemeinsam gebacken und gekocht werden. Auf die Rezepte, das internationale Zusammenspiel und die Ergebnisse sind alle gespannt. Und die jungen syrischen Frauen finden es irgendwie toll, dass ihre Männer – im Gegensatz zu heimatlichen Rollenbildern – helfen sollen/dürfen. Das nennt man dann wohl gelebte Integration!

 

Für das Netzwerk

Sabine Steinmann

 

Anmerkung: Das „Netzwerk“ will nicht nur für die Flüchtlinge da sein, sondern auch für anderen Menschen in der Kommune Cavertitz, die Unterstützung brauchen. Wir sind dankbar für Ideen, wie das Netzwerk solche Nachbarschaftshilfe organisieren bzw. leisten könnte.

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